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Serpula lacrymans - Der echte Hausschwamm
 
  
Schlussfolgerungen
Pilze sind unverzichtbare Bestandteile der Natur. Sie werden zielgerichtet
bei der Lebensmittelproduktion (z.B. Hefepilze zum Backen und zur Weinherstellung,
Käseherstellung) und in der Pharmazie (z.B. Penizillin) eingesetzt.
Pilze sind im Kreislauf der Natur zur Zersetzung von organischen Stoffen
fest eingebunden. Die FUNGI bilden ein eigenes Reich in der Natur neben
Pflanzen- und Tierwelt.
Pilze haben artspezifische Ansprüche an das Nährsubstrat,
die Temperatur und die Feuchtigkeit.
Einerseits sind Pilze „gewünscht“ bzw. erforderlich,
so bereiten Pilze andererseits Probleme an „unerwünschten“ Stellen,
z.B. an Bauteilen in und an Gebäuden. Dabei handelt es sich um Schimmelpilze,
holzzerstörende oder holzverfärbende Pilze.
Der eigentliche Pilz ist das im Boden oder anderen Stoffen vorhandene
Myzel (Pilzgeflecht). Dieses bildet zur geschlechtlichen Vermehrung Fruchtkörper
mit Sporen aus. Eine weitere Form der Vermehrung ist das Abschnüren
der Endzellen und die Verschleppung von Myzelteilchen. Das geschied bei
der Verwendung von befallenem Holz in der Sanierung und durch Unsauberkeit.
Die Sporen keimen aus und bilden Hyphen (Zellfäden), welche
Holz tiefer befallen, als äußerlich erkennbar. Die Vernetzung
der Hyphen bildet das Myzel. Das schädigende Entwicklungsstadium der
Pilze sind Hyphen und Myzel. Durch Enzyme, vom Pilzgeflecht ausgeschieden,
werden bei holzzerstörenden Pilzen die Zellwände des Holzes abgebaut.
Die Zellwände sind das tragende System des Holzes, dass dadurch zerstört
wird.
Neben den Sustratpilzen, bei denen das Myzel im Inneren des Holzes
wächst, gibt es die Oberflächenpilze. Zu diesen gehört der
Echte Hausschwamm. Das Myzel wächst auf der Oberfläche vom Substrat
und überwächst dabei benachbarte Baustoffe, wie Putz, Mauerwerk
und Beton. Außerdem ist der Echte Hausschwamm in der Lage, Luftmyzele
zu bilden.
Durch die Zusammenlagerung von Hyphen bilden sich Stränge,
die bei Echten Hausschwamm Bleistiftdicke erreichen können. Diese
durchwachsen über viele Meter morsches Mauerwerk, Hohldielen, Magerbeton
etc..
Unter den holzzerstörenden Pilzen nimmt der Echte Hausschwamm
eine Sonderstellung ein. Er ist der gefährlichste und aggressivste
Holzzerstörer. Er ist nicht nur der mit Abstand gefährlichste
sondern auch am schwierigsten zu bekämpfen.
Das resultiert aus folgenden Eigenschaften:
-
erforderliche Holzfeuchte niedriger als bei anderen Pilzen (20-
40%)
-
greift als einziger Bauholzpilz auf trockenes Holz über,
da er sich über weite Strecken das erforderliche Wasser mit seinem
Myzel holt.
-
weite Ausbreitung auf Grund hoch entwickeltem Strangmyzel (Durchwachsung
von Mauerwerk, Schüttung u.s.w., Überwucherung von holzfreien
Stoffen meterweit) und ist somit über Meter entfernt im oder am Mauerwerk
anzutreffen
-
Durch versteckte Lebensweise erst spät bei akutem Befall
erkennbar
-
Widerbefall bei nicht fachgerechter Bekämpfung möglich
(nicht bekämpfte Myzelreste oder Sporen keimen erneut aus)
Die Wand zu dem befallen Keller ist mit Hausschwamm durchwachsen. Die
Fruchtkörper an der Wand und der Decke bilden reichlich Sporen zur
Weiterverbreitung. Das Mauerwerk ist nass. Die an den Außenwänden
eingebrachte vertikale Abdichtung zeigt erste Erfolge in der Trocknung.
Eine Horizontalsperre ist nicht vorhanden oder unbrauchbar.
Ursache des Hausschwammbefalles sind die Müllberge und die
im Raum verbliebene Kellerausgangstür. Diese bilden mit ihren organischen
Bestandteilen das Nährsubstrat. Das zeigen die unterschiedlichen Befallshöhen,
ausgehend vom Müllberg und an den Wänden aufsteigend. Die Stütze
des Unterzuges bildete die Steigleiter zum mittigen Deckenbefall.
Der Kellerraum konnte mit dem Zusetzen der Tür und des Fensters
nur über die minimale Luftöffnung zum Treppenhaus belüftet
werden. Das ist völlig unzureichend. Somit erhielt der Hausschwamm
eine optimale ruhende Luftschicht für seine Entwicklung.
Nässe ist im Keller auf Grund der durchnässten Mauern
reichlich vorhanden.
Im Keller herrscht eine annähernd gleichbleibende Temperatur,
die zwischen 3 und 26 Grad Celsius je nach Jahreszeit liegt.
Alle Wände sind befallen. Das Myzel erreicht an der Treppenhauswand,
der Zwischenwand und der Unterzugstütze die Decke, so dass sich auch
hier ein flächiger Befall ausbilden konnte. Es ist davon auszugehen,
dass auch das Mauerwerk der angrenzenden Räume befallen ist.
Der Raum war über Jahre baubedingt verschlossen. Somit konnte
sich der Hausschwamm unbemerkt in dieser Größe ausbilden. Bessere
Bedingungen kann der Hausschwamm nicht vorfinden.
Die Deckenträger haben ihre statische Festigkeit verloren.
Korrosion und die teilweise Durchtrennung sind dafür ursächlich.
Die eingelegten Hohldielen sind teilweise gebrochen, die Stahleinlagen
korrodiert. Der Unterzug hängt in der Mitte ca. einen Zentimeter durch
und hat somit seine tragende Wirkung verloren. Die dilletantisch im Bauschutt
eingestemmte Holzstütze als Versuch der Unterstützung ist wirkungslos
und vom Hausschwamm zerstört. Aus den genannten Gründen ist die
Decke statisch nicht mehr sicher, also einsturzgefährdet. Das hätte
schon während der Sanierungsarbeiten zu einem Austausch der gesamten
Decke führen müssen
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