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Schlossruine Hartenstein
 
 






Nun noch der Bericht eines Rundgangs 1932 von Horst Weinholt aus Aue. 
Wir gehen durch einen zwingerartigen Torbau und gelangen durch ein weiteres Tor zu dem inneren Burghofe und den eigentlichen Burggebäuden. Welche trotzigen Türme und Mauern! Und lieblich ist der Blick zur Burg Stein. Wir betreten vom Burghof aus das Wohnhaus der Burgherren. Ein Vorraum des Schlosssaales bietet viele Erinnerungen aus der ersten Lebensperiode der Burg, die im 12. Jhd. erbaut wurde. Eisengefügte Ritterrüstungen stehen aufrecht vor uns - wie riesige Recken zu Kampf, Fehde und Turnier bereit. Ringsherum starrt es von altertümlichen Waffen: wir sehen Schwerter, Hellebarden und Turnierlanzen, Morgensterne aus der Zeit der Bauernkriege, eine schwerfällige 
Muskete aus dem Dreißigjährigen Krieg und Geschütze jüngeren Datums. Der Ahnensaal zeigt uns eine Menge wertvoller Bildnisse von Schlossherren und Edeldamen, meist sehr lebensnahe und individuell gestaltet von berufenen Künstlern. Der Saal verrät uns schon durch seine Ausstattung, dass er als Speiseraum und für festliche Gelegenheiten bestimmt war. Die Möbel sind hier wie auch sonst feierlich gestaltet und bei reicher Verzierung, insbesondere Schnitz- und Einlegearbeit, höchst geschmackvoll. Vor allem trugen sie viel dazu bei, Zimmer zu schaffen, die noch heute als wohnlich gelten müssen. Prächtige Schränke voll Intarsien zeugen von einem Handwerk, das von Kunstempfinden förmlich durchdrungen war. Ein mächtiger alter eiserner Ofen aus der Reformationszeit weist uns Kleinwerke alter Schmiedekunst an seinen Flächen. Die Kemenate, welche ehemals die Wohnung für die Familie und die Frauen enthielt, hat trauliche Nieschen und Erker und birgt neben schönen Möbeln und Porträts kostbare Gefäße, Figuren, Uhren und Büchersammlungen. Reich ausgestattet ist auch der "Blaue Saal", ein Wohn- und Gesellschaftszimmer, das nach dem blauen Seidenbezug seiner Wände benannt wurde. An Schlafräumen werden uns ein älterer aus der Reformationszeit und ein jüngerer im Empirestil des 18. Jhd. gezeigt. 
 
 

Dia Show

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